Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Ella - das Potsdamer Frauenportal

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sie sind hier: Startseite / OB-Wahl 2018: Drei Fragen an Martina Trauth (Die Linke)

Sektionen

OB-Wahl 2018: Drei Fragen an Martina Trauth (Die Linke)

erstellt von Astrid Priebs-Tröger zuletzt verändert: 30.07.2018 11:41
Am 23. September 2018 ist Oberbürgermeister*innenwahl in Potsdam. ELLA hat die beiden Kandidatinnen befragt.

ELLA: Potsdam ist eine Stadt der Frauen. Ende 2017 lebten hier 5.000 mehr Frauen als Männer. Warum wollen Sie in Potsdam Oberbürgermeisterin werden?

Die Probleme haben zugenommen in den letzten Jahren: Soziale Spaltung, fehlender Wohnraum, steigende Mieten, Verkehrskollaps, Umweltbelastung, fehlende Kita-Plätze und ein Stadtumbau mit der Brechstange. Dies gefährdet den sozialen Zusammenhalt in Potsdam. Statt das Gemeinwohl zu fördern und Lösungen für alle zu suchen, folgt die derzeitige politische Führung überwiegend den Interessen von Investoren und vertieft so die Gräben zwischen den Menschen.

Die Potsdamer Verwaltung hat engagiert daran gearbeitet, Lösungen für die drängendsten Probleme zu entwickeln. Die Konzepte sind da, nur mangelte es am politischen Willen und dem notwendigen Management zu deren Umsetzung. Ich will einen neuen Politikstil praktizieren: transparent, demokratisch, respektvoll und mit ehrlichem sozialen Anspruch. Als Oberbürgermeisterin will ich gemeinsame Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in unserer Stadt. Dafür braucht es Mut, Entschlossenheit und eine Politik, die auf die Menschen hört.

ELLA: Was werden Sie, wenn Sie gewählt sind, z. B. für Mädchen und junge Frauen tun, damit diese als Studentinnen preiswerten Wohnraum in der Landeshauptstadt finden?

Nach wie vor ist die Tatenlosigkeit von Stadt und Land in Bezug auf studentischen Wohnraum ein großes Problem. Um finanzierbaren Wohnraum, aber auch für Alleinerziehende, Rentnerinnen und für Frauen in Notsituationen zukunftssicher zur Verfügung stellen zu können, werde ich mich als Oberbürgermeisterin dafür einsetzen, dass die Stadt Einfluss auf die Mietpreisentwicklung zurückgewinnt.

Dafür werde ich in allen Quartieren eine feste Quote von 30% sozialen Wohnraums mit dauerhafter Belegungsbindung sichern. Ich möchte Teile des städtischen Wohnungsunternehmens Pro Potsdam in die Gemeinnützigkeit überführen und damit leistbare Mieten für einkommensschwache Haushalte ermöglichen. Städtische Grundstücke dürfen grundsätzlich nicht mehr im Höchstgebotsverfahren verkauft, sondern in Erbbaupacht konzeptorientiert vergeben werden. Gleichfalls brauchen wir mehr innovative Wohnformen wie z. B. Mehrgenerationen-Projekte.

ELLA: Wie wollen Sie Mütter und Großmütter unterstützen, damit diese die tägliche Balance zwischen Beruf und Familie schaffen beziehungsweise auch im höheren Lebensalter aktiv am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können?

Als Oberbürgermeisterin werde ich mich gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit auf allen Ebenen einsetzen. Dazu gehört, dass die Kultur gefördert wird und auch für ältere und alleinerziehende Menschen bezahlbar bleibt. Wichtig ist mir auch, die Benachteiligungen von Frauen in der Arbeitswelt der Stadtverwaltung sowie den städtischen Gesellschaften abzubauen. Nach wie vor gibt es hier männlich geprägte Strukturen nicht nur auf der Führungsebene, sondern auch beiden Beratungsgremien wie z. B. dem Wirtschaftsbeirat.

Um diese strukturelle Benachteiligung zu ändern, brauchen wir u. a. eine familienfreundliche Personalpolitik mit familienbewussten Arbeitszeiten. Und damit meine ich auch eine Personalpolitik, die Müttern mehr Karrierechancen und Vätern mehr Familienzeit ermöglicht. Ein weiteres Ziel muss sein, dass die tarifvertraglich abgesicherte Festanstellung das Normalarbeitsverhältnis darstellt. Dafür werde ich kämpfen, denn gerade als Gleichstellungsbeauftragte weiß ich: prekäre Beschäftigung trifft vor allem Frauen. Altersarmut ist eine Folge hiervon.

Kurzbiografie der Kandidatin

Martina Trauth ist Gesundheitswissenschaftlerin, 53 Jahre alt, parteilos und lebt mit ihrem Mann in Potsdam-West in einer "Patchwork"familie mit einer erwachsenen Tochter und zwei erwachsenen Söhnen und mittlerweile auch einem Enkelkind. Seit 20 Jahren arbeitet sie in und für Potsdam. Ihre Kandidatur ist eine konsequente biografische Fortsetzung ihres Anspruches, sich für eine neue politische Kultur in Potsdam, die auch und besonders die Bedürfnisse von Frauen im Blick hat, einzusetzen.

« Juni 2019 »
Juni
MoDiMiDoFrSaSo
12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
Termine
Frauenschwimmen im Kiezbad Am Stern 06.10.2018 - 06.10.2019 — Kiezbad am Stern, Newtonstraße 12, Potsdam
Dienstag-Schreibfrauen 09.10.2018 - 10.10.2019 — Manuskriptur, Straße der Einheit 10 14548 Schwielowsee
Kommende Termine…
This is Schools Diazo Plone Theme