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Picasso und die Frauen

erstellt von Astrid Priebs-Tröger zuletzt verändert: 03.04.2019 11:49
Es lohnt sich, die Ausstellung im Museum Barberini anzusehen und selbst herauszufinden, ob Picasso den Ausspruch "Frauen sind entweder Göttinnen oder Fußabtreter" ernst gemeint hat.

Das Thema "Frauen in der Kunstgeschichte" ist ein uraltes. Anlässlich der vergangenen 29. Branden-burgischen Frauenwoche hat der Verein FrauenAspekte e.V. einen Vortrag "Frauenbilder in der Kunstgeschichte" mit der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Susanne König inititiert.

Dieser zeigte, welche weiblichen Schönheitsideale und Frauentypen es in der Kunstgeschichte gibt und dass es durchaus einen Unterschied macht, ob Frauen von Männern oder von Frauen dargestellt werden.

Seit 9. März 2019 ist im Museum Barberini die Ausstellung "Picasso. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso" zu sehen. Sie war seine zweite und letzte Ehefrau und lebte zwanzig Jahre bis zu Picassos Tod 1973 mit ihm zusammen. Jacqueline ist sein am meisten dargestelltes Modell – es gibt mehr als 400 Porträts von ihr.

Davon sind einige sehr ausdrucksstarke im ersten Kapitel der Potsdamer Ausstellung zu sehen. Sie zeigen einen Maler, der dieser Frau huldigt, denn Picasso war von Jacquelines klassischem Profil begeistert. Man spürt, wenn man durch die Ausstellung, die bis zum 16. Juni 2019 geöffnet ist, geht, wie sehr sie ihn inspiriert hat  und seine Porträtmalerei im Spätwerk wieder aufblühen ließ. Und doch bleiben sie/ihre Porträts geheimnisvoll, unergründlich.

Ein Großteil seiner Frauen-Porträts, auch die von Jacqueline, sind zumeist innere Bilder, für die die Frauen ihm nicht Modell sitzen mussten, sondern die Picassos persönlichen Blick auf sie zeigen.

Und dieser ist facettenreich, auch vor dem Hintergrund, dass Picasso vor Jacqueline vier weitere Musen hatte, darunter die russische Balletttänzerin Olga Khoklova oder die Fotografin Dora Maar, die die Entstehung seines berühmten "Guernica-Gemäldes" dokumentierte.

Es ist lohnenswert, sich die Ausstellung im Museum Barberini anzusehen und selbst herauszufinden, ob Picasso den Ausspruch "Frauen sind entweder Göttinnen oder Fußabtreter" wirklich ernst gemeint hat. Und sich vielleicht auch noch mit der Frau zu beschäftigen, die ihn als Einzige auch wieder verlassen hat: Nämlich die Künstlerin Françoise Gilot, die in dem Buch "Leben mit Picasso" auf souveräne Art von ihm als eindrucksvoller Persönlichkeit erzählt.

Am 4. April um 19.30 Uhr zeigt das Filmmuseum Potsdam den Film "Mein Mann Picasso", der auf Gilots Erinnerungen basiert.



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